Dienstag, den 01. Februar 2011 um 17:57 Uhr

Eine Geschichte zum Nachdenken

Eine Geschichte zum Nachdenken, die ich von einem lieben Menschen bekommen habe..............

Eines Tages bat eine Lehrerin ihre Schüler, die Namen aller anderen Schüler in der Klasse auf ein Blatt Papier zu schreiben und ein wenig Platz neben dem Namen zu lassen. Dann sagte sie zu den Schülern, sie sollten überlegen, was das Netteste ist, das sie über jeden ihrer Klassenkameraden sagen können, und das sollten sie neben den Namen schreiben. Es dauerte eine ganze Stunde, bis jeder fertig war, und bevor sie die Klasse verließen, gaben sie ihre Blätter der Lehrerin.

Am Wochenende schrieb die Lehrerin jeden SchĂĽlernamen auf ein Blatt Papier und daneben die Liste der netten Bemerkungen, die ihre MitschĂĽler ĂĽber den einzelnen geschrieben hatten.

Am Montag gab sie jedem Schüler diese Liste. Schon nach kurzer Zeit lächelten alle. „Wirklich?“, hörte man es flüstern. „Ich wusste gar nicht, dass ich irgendjemandem was bedeute!“ und „Ich wusste nicht, dass mich andere so mögen“, waren die Kommentare.

Niemand erwähnte danach die Liste wieder. Die Lehrerin wusste nicht, ob die Schüler sie untereinander oder mit ihren Eltern diskutiert hatten, aber das machte nichts aus. Die Übung hatte ihren Zweck erfüllt. Die Schüler waren glücklich mit sich und den anderen.

Einige Jahre später war einer der Schüler in Vietnam gefallen und die Lehrerin ging zum Begräbnis dieses Schülers. Die Kirche war überfüllt mit vielen Freunden. Einer nach dem anderen, der den jungen Mann geliebt  oder gekannt hatte, ging am Sarg vorbei und erwies ihm die letzte Ehre. Die Lehrerin ging als letzte und betete vor dem Sarg. Als sie dort stand, sagte einer der Soldaten, die den Sarg trugen, zu ihr: „Waren Sie Marks Mathe-Lehrerin?“ Sie nickte: „Ja.“ Dann sagte er: „Mark hat sehr oft von Ihnen gesprochen.“ Nach dem Begräbnis  waren die meisten von Marks früheren Schulfreunden versammelt. Marks Eltern waren auch da und sie warteten offenbar sehnsüchtig darauf, mit der Lehrerin zu sprechen. „Wir wollten Ihnen etwas zeigen“, sagte der Vater und zog eine Geldbörse aus seiner Tasche. „Das wurde gefunden, als Mark gefallen ist. Wir dachten, Sie würden es erkennen.“ Aus der Geldbörse zog er ein stark abgenutztes Blatt, das offensichtlich zusammengeklebt, viele Male gefaltet und auseinandergefaltet worden war. Die Lehrerin wusste ohne hinzusehen, dass dies eines der Blätter war, auf denen die netten Dinge standen, die seine Klassenkameraden über Mark geschrieben hatten. „Wir möchten Ihnen so sehr dafür danken, dass Sie das gemacht haben“, sagte Marks Mutter. „Wie Sie sehen können, hat Mark das sehr geschätzt.“

Alle früheren Schüler versammelten sich um die Lehrerin. Charlie lächelte ein bisschen und sagte: „Ich habe meine List auch noch. Sie ist in der obersten Lade in meinem Schreibtisch.“ Chucks Frau sagte: „Chuck bat mich, die Liste in unser Hochzeitsalbum zu kleben.“ „Ich habe meine auch noch“, sagte Marilyn. „ Sie ist in meinem Tagebuch.“ Dann griff Vicky, eine andere Mitschülerin, in ihren Taschenkalender und zeigte ihre abgegriffene und ausgefranste Liste den anderen. „Ich trage sie immer bei mir“, sagte Vicky und meinte dann: „Ich glaube, wir haben alle die Liste aufbewahrt.“

Die Lehrerin war so gerĂĽhrt, dass sie sich setzen musste und weinte. Sie weinte um Mark und um alle seine Freunde, die ihn nie mehr sehen wĂĽrden.

Im Zusammenleben mit unseren Mitmenschen vergessen wir oft, dass jedes Leben eines Tages endet und dass wir nicht wissen, wann dieser Tag sein wird. Deshalb sollte man den Menschen, die man liebt und um die man sich sorgt, sagen, dass sie etwas Besonderes und Wichtiges sind, bevor es zu spät ist, z.B., indem man Ihnen diese Geschichte schenkt. Auf jeden Fall sollte niemand die wunderbare Gelegenheit verpassen, jemandem  eine Freude zu machen.

Man erntet, was man sät. Was man in das Leben der anderen einbringt, kommt auch ins eigene Leben zurück.

 

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